"Wir können Gott mit dem Verstand suchen, aber finden können wir ihn nur mit dem Herzen. " (Josef von Eötvös)

Sonntag, 17. Dezember 2017

Lesung aus dem Buch Jesaja , Kap. 61,1-2.10-11 -  zum dritten Advent

 

"Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung,

 damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern."

 

 

Gott ist es, der uns beschenkt ... er lässt uns heil werden ... schafft Gerechtigkeit ... nicht der Mensch ... zumindest nicht der Mensch aus sich heraus ... dieser ist dazu nicht fähig ... nur wer sich einhüllen lässt von Gott "in einen Mantel der Gerechtigkeit", wer die eigene Bedürftigkeit erkennt und das Angewiesensein auf Gott anerkennt, der kann zum Werkzeug werden, dessen Gott sich bedient ... der kann Gesandter werden für Frieden und Gerechtigkeit und frohe Kunde bringen ...

 

Ich wünsche einem jeden Leser, einer jeden Leserin, dass er, dass sie für andere zum Freudenboten bzw. zur Freudenbotin wird ... 

 

Sonntag, 3. Dezember 2017

... Gedanken zum Advent ... zur Zeit des Wartens und des Werdens: die Adventszeit will uns Zeit schenken, uns zu besinnen; sie lädt ein, dass wir - die oftmals Umtriebigen, Gehetzten - zur Ruhe kommen und - sofern wir im Glauben stehen - unser Herz, unseren Verstand, alles, was wir sind, öffnen für Gott ... diese Einladung brauchen wir alle immer wieder erneut ... denn niemand von uns hat Gott ein für allemal sicher für sich ... wer ehrlich sich selbst und Gott gegenüber ist, bemerkt, wie oft er oder sie die Beziehung nicht wirklich pflegt, mit Gott nicht in Kontakt bleibt, ihn wieder "vor die Tür" setzt ... und auf sich setzt ... so manches Dunkel, das wir erleben, entsteht daraus bzw. ist damit zu erklären ... der Mensch setzt auf sich, und nicht - oder zumindest zu wenig - auf Gott ... der Mensch hält sich für den Macher und Gestalter ... und scheitert ein ums andere Mal zum Unglück für sich und für das Miteinander auf dieser Welt ... aber wer sich neu öffnen lernt, seine Tür wieder öffnet - und sei es nur einen Spalt weit - wird entdecken, dass Gott mit Geduld davor gewartet hat und jede Chance nutzt, um wieder einzutreten und einen jeden mit seiner Liebe zu beschenken, die verwandelt ... wir - seine Geschöpfe - sind wie Gefäße, die er randvoll anfüllen will mit seiner Liebe, damit wir sie weitergeben und Licht bringen in die Welt ... zu diesem Bild des Gefässes passt der heutige Text aus dem Alten Testament bei Jesaja im 67. Kapitel ... dort wird Gott als Töpfer beschrieben und wir Menschen als Ton: "Wir sind der Ton und du bist der Töpfer! Wir alle sind Gefäße aus deiner Hand," (Hoffnung für alle) ... und es gibt das wunderschöne Gebet, mit dem ich schließen will: Herr, mach mich zu einer Schale für meine Mitmenschen, offen für die Liebe, für das Schöne, das sie verschenken wollen, offen für ihre Sorgen und Nöte, offen für ihre traurigen Augen und ängstlichen Blicke ... Herr, mach mich zu einer Schale (Gebet der Töpfer) ... 

Dienstag, 4. April 2017

Masken tragen - und ablegen dürfen (2) - die Verwandlung

      

        "Auch beim Lachen kann ein Herz weinen" 

                         (Sprichwörter 14,13a)

  

      

Starr

ist mein Gesicht

die Mundwinkel verzogen

mühsam nach oben

 

Mach ein freundliches Gesicht!

Lächle!

Halte durch!

(auch wenn dir nicht danach ist)

Lache!

(auch wenn dir schwer ums Herz ist)

 

Ich frage mich,

wer ist es eigentlich,

der mich dazu auffordert?

Wer ist es,

der da an mich appelliert,

dessen Stimme ich vernehme?

 

Ich.

Ich bin es selbst .

Allzu oft.

Mich selbst fordernd,

Haltung zu bewahren.

Mich selbst ermahnend,

ein positives Bild

von mir abzugeben.


Und ja, 

von anderen 

habe ich das auch zu hören bekommen.

Zugegeben

und

zum Glück

nur vereinzelt.

Manchmal.

Doch das hat sich eingebrannt

bei mir. 


"KEEP  SMILING"

sonst mag dich keiner.


"KEEP SMILING"

bis das Gesicht erstarrt

zu einer Maske;

das Lächeln,

das Lachen

zuzeiten aufgesetzt.

Unwirklich.

Unecht.


Aber muss da sein?

Warum der Druck?

(durch mich, durch andere)


Nein,

ich brauche das nicht.

Nein,

ich darf authentisch sein.

Mein Gesicht darf widerspiegeln,

wie es in mir aussieht;

es darf ausdrücken,

was mich bewegt.

 

Sicher,

es ist nicht klug,

dies immer zu tun.

Nicht überall geht das.

Die Maske kann auch schützen;

sie kann auch bewahren

vor noch mehr Leid.

Aber

vor denen,

die es gut mit mir meinen

und 

vor Gott sowieso,

da darf ich sie ablegen

die Maske;

da darf ich ungeschminkt sein

und 

mein Innerstes

nach außen tragen. 


Und dann?

Ja, dann geschieht es.

Mein Herz überwindet sein Leid.

Freude kehrt zurück.

Mein Gesicht entspannt sich.

Ich fange an zu lächeln.

Ich fange an zu lachen.

Aufrichtig 

und 

befreit.

 

Jella, 04.'17


 


 

 

 

Donnerstag, 6. März 2014

Wählen dürfen ... Gedanken zur Fastenzeit

Was für ein Angebot! Was für ein Geschenk! Ich darf wählen. Jeder von uns darf wählen. Keiner von uns ist festgelegt. Wir sind frei, frei in der Wahl auf unserem Lebensweg, ob wir ihn mit Gott gehen oder von ihm abgewandt.


Wir werden von Gott nicht dazu gezwungen, uns für ihn zu entscheiden. Er hat uns nicht als willenlose Marionetten geschaffen, deren Fäden er in der Hand hält, sondern hat uns in Freiheit gesetzt: aus Liebe und um der Liebe willen, die Er ist. Denn zum "Ja" zur Liebe kann man nicht gezwungen werden. Sie wartet auf unsere Antwort, die nur in Freiheit, und weil unser Herz sich von ihr hat berühren lassen, wirklich gegeben werden kann.

Aber sie, die Liebe, die Gott ist, läßt auch nicht ab - und das steht nicht im Widerspruch zur uns belassenen Freiheit -, immer wieder und wieder um uns zu werben, damit wir uns von ihr anstecken lassen und ganz zu Liebenden werden, zu Liebenden, die sich frei entscheiden täglich auf's Neue: für das Gute, für mehr Wärme in der Welt und zwischen uns Menschen, für Gerechtigkeit und Frieden ohne jede Drohgebärden, für ein Leben in der Liebe Gottes, die anerkennt, dass wir ALLE KINDER GOTTES sind.

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit auf Gottes Werben um uns wieder intensiver zu hören, etwas in uns zum Klingen bringen zu lassen und zu bitten: Gott wandle mein Herz, lass es sich in Deine Liebe verlieben und in ihr bleiben und mein Leben als Geliebte(r) und Liebende(r) leben.

Samstag, 16. Februar 2013

Ein ganzer Mensch werden ...

Gedanken zum 1. Fastensonntag  (unter Bezugnahme auf das Evangelium des Sonntags, Lesereihe C, Lk 4, 1-13 und der dazugehörigen Illustration aus der Kinderbibel von W. Laubi und A. Fuchshuber)



Eindeutig … ein und dieselbe Person, die hier dargestellt ist … Rücken an Rücken … sitzend … den Kopf mit einer Hand abgestützt … nachdenkend … und in der anderen Hand gedankenverloren einen Gegenstand haltend … doch diese Gegenstände unterscheiden sich … und wie … der eine ist eine Kugel … eine goldene dazu … kostbar, wertvoll … der sie in der Hand hält, scheint alles zu besitzen … reich zu sein … und macht doch, wenn wir in sein Gesicht schauen, einen mürrischen, traurigen Eindruck … die Mundwinkel hängen nach unten … die Augen sind geschlossen … Zufriedenheit sieht anders aus …

im Märchen spielt die goldene Kugel eine besondere Rolle … steht für Vollkommenheit, für Ganzheit … und nimmt die Symbolik auf,die die Kugel seit dem Altertum hat … Bild zu sein für die Einzelseele … aber auch für die Weltseele … und für die Gottheit …
wenn wir diese Vorstellungen aufnehmen und das Dargestellte vor diesem Hintergrund interpretieren … dann scheint der Mensch mit der goldenen Kugel zwar eine Kostbarkeit in der Hand zu halten … aber sie hat noch nicht Besitz von ihm ergriffen … er ist (noch) nicht ganz … nicht heil … und (noch) auf der Suche, wie er dahin kommt … in dem Sinne reich zu werden, dass er mit sich, der Welt und Gott im Reinen ist …

aber wie kommt er dahin? … die Antwort gibt der andere in der Illustration dargestellte Gegenstand … um im Einklang mit sich zu kommen und so zu werden, wie Gott uns haben möchte und uns gedacht hat … der Dornenzweig … das mag widersinnig erscheinen … Dornen … die verletzen … sie sollen dafür stehen, was uns heil werden lässt? … Ja … eindeutig, ja, so ist es … weil auch sie als Zeichen zu verstehen sind …
für die LIEBE … für die verschwenderische, sich ganz und gar hingebende Liebe … die Liebe, die den Menschen nicht besorgt um sich selbst kreisen lässt … sondern ihn öffnet für die Mitmenschen und deren Nöte … solch eine Liebe fordert Einsatz … und kann sehr dornenreich werden … aber sie allein schenkt Fülle … lässt uns spüren, dass unser Leben Sinn macht … lässt uns so werden, wie es letztlich Jesus uns bereits vorgelebt hat … nachdem er sich bereits nach seiner Taufe, während seines Rückzuges in die Wüste, entscheiden musste … bzw. herausfinden musste, wie der Weg aussieht … auf den Gott ihn haben will … der ihn einssein lässt mit sich, der Welt und Gott … und es wurde ihm dort in der Einsamkeit der Wüste und in Anfechtungen klar … ich kann mich nur dafür entscheiden ein ganz und gar Liebender zu werden … so wie Gott, unser aller Vater , ein ganz und gar Liebender ist … mit allem, was es auch mit sich bringen mag … und wenn der Weg steinig wird … wenn er auch Dornen mit sich bringt … und sicherlich machte ihn bereits diese Entscheidung zu einem wahrhaft glücklichen Menschen … so wie es die Illustration widerspiegelt … Jesus, der den Dornenzweig in der Hand hält … er lächelt und schaut mit offenen, liebenden Augen in die Welt ...

Mittwoch, 13. Februar 2013

Fastenzeit – Bußzeit – Zeit der Besinnung




Wie auch immer die 40 tägige Zeit (ohne die Sonntage, sie zählen nicht mit) vor dem Osterfest genannt wird … sie will eines … uns helfen, offener zu werden für das Großartige, was wir an Ostern feiern werden … hellhöriger zu werden, für die befreiende Osterbotschaft … die da lautet:
das Leben siegt über den Tod … die Liebe siegt über den Tod … alles, was uns bindet und fesselt, was sich wie ein Schleier über uns legt, den klaren Blick für das Wesentliche verstellt … was uns selbst im Leben schon wie Tote sein lässt … wird von uns genommen … wir werden frei davon … wir werden befreit davon … aber keiner kann es aus sich heraus selbst machen … es ist Geschenk an uns … Gottes Geschenk … freie, aufrechte Menschen werden zu können … erfüllt von Liebe … Seiner Liebe zu uns … die unser Herz bewegt und verwandelt … wir brauchen nur eines tun: dieses Geschenk annehmen …



das ist dann meines Erachtens auch das, was in den 40 Tagen vor Ostern das Zentrale sein sollte … annehmende, dankbare Menschen zu werden … die  erkannt haben , dass sie der Wandlung bedürfen … die ihr Herz Gott hinhalten ... damit Er es anfüllen kann mit Seiner Liebe  … und die ihr Leben dann aus dieser Fülle heraus gestalten und zu wahrhaft Liebenden werden …


um dahin zu gelangen … dazu möchten die 40 Tage dienen und in besonderer Weise genutzt werden … dazu wollen auch die vielen Angbote der Fasten- und Bußzeit Hilfestellung leisten … die Kirchen und ihre Organisationen überschlagen sich allerdings mittlerweile darin … so dass ich befüchte, es ist könnte bereits ein Zuviel sein … was eher irritiert als hilft … jeder und jede möge da aber hoffentlich das „Richtige“, das für ihn oder für sie „Notwendige“ entdecken, was den Weg weist … möge aber auch das Vertrauen darin haben, dass bereits die eigene Bereitschaft … sich zu öffnen … von sich abzusehen … und nach Gott zu fragen … sich dafür Zeit zu nehmen … bereits von Gott selbst mit Sicherheit genutzt wird … so wie es im Midrasch (der Schriftauslegung im rabbinischen Judentum) von Ihm heißt: „Schaff mir nur eine Öffnung so klein wie ein Nadelöhr! Ich werde es aufstoßen und daraus einen Einlass schaffen so groß wie das Portal eines Palastes.“



Donnerstag, 5. April 2012

Abendmahl

Wenn wir heute in unseren Kirchen Mahl halten und uns erinnern an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte ... dann wünsche ich uns allen, dass wir uns mit hinein nehmen lassen in die wunderbare Verwandlung, dass wir uns verwandeln lassen, zu Kindern Gottes werden, die Seinen Frieden, den Er uns schenkt, weiter hinaus tragen ... in unsere Familien, in all unsere Beziehungen hinein, dort hinein, wo wir leben und arbeiten, an jeden Ort ...

"Selig, sagst du, Jesus,
selig sind, die Frieden stiften.
Sie werden Töchter und Söhne Gottes heißen.

Wenn die Bibel von Söhnen spricht,
dann meint sie den Bevollmächtigten,
den Stellvertreter, den Mitarbeiter.
Die Söhne tun das Werk des Vaters,
wer den Sohn sieht, sieht den Vater.

Töchter und Söhne sind daran kenntlich,
dass sie Kriege beenden,
nicht daran, dass sie siegen oder recht haben.
Daran, dass sie lieber unrecht haben
als Krieg und Streit fortzusetzen.

Jeder noch so leise Streit ist Krieg.,
denn wer streitet, sieht im anderen den Feind.
aller Hass ist Krieg,
denn er will die Auslöschung des anderen.
Ehrgeiz ist Krieg,
denn er sucht die Erniedrigung des anderen.
Misstrauen ist Krieg,
denn es fordert Selbstverteidigung.
Lüge ist Krieg.
Ausschluss des anderen vom gemeinsamen Tisch
ist Krieg.

Frieden schaffen heißt: Vertrauen gewähren.
Freiheit. Bejahen. Verzeihen.
Güte zeigen, Schutz geben, Bergen.
Daran zeigt sich, wer eine Tochter,
ein Sohn Gottes ist:
dass der Friede von Gott,
der Friede des heiligen Mahls,
durch einen Menschen auf die Erde kommt.

Selig ist er. Glücklich. Erfüllt.
Er ist selbst, was andere durch ihn sind:
Empfänger des Friedens."

(Jörg Zink, aus: Vor uns der Tag,
Was die Passions- und die Ostergeschichte bedeuten / Bild: Arcabas)

Samstag, 24. März 2012

Oscar Romero - Video (deutsch) über sein Leben, sein Engagement, seine Ermorderung am 24.03.1980

Heute vor 32 Jahren wurde in El Salvador der Befreiungstheologe Oscar Romero ermordet. Er wusste darum, wie gefährdet er war, weil er sich für die Armen
einsetzte. Er sagte: "Mich kann man töten, aber nicht die GerechtigKeit."

Über sein Leben berichtet in Wort und Bildern diese Kurzvideo von 2010. Bis heute konnte sich der Vatikan im übrigen nicht dazu durchringen Oscar Romero selig zu sprechen. Bis heute sind seine Mörder auch nicht vor Gericht gestellt worden. Sie wurden amnestiert.

Freitag, 24. Februar 2012

Masks

A video from Easter 2011 of the Central Christian Church in Las Vegas shows us what we all want: to look good, to make a good impression, to impress people around us ... therefore we put on masks. Masks also help to protect us ... but is this what we really want: to live a life behind a mask? ... I think, everyone hopes to find a place where he/she is accepted, where he/she feels safe enough to take off the mask and to show his/her emptyness, confusion, past hurts, faults, weekness etc. ... and the good news is that this place exists: it is God ... in the relationship to Him we get to know that we are accepted as we are, that we are loved as we are ... this experience will heal us ... it will change our life, will change us totally ... to feel that we are loved by God although we are not okay will make it possible that we learn to accept us/to love us and others including our "drawbacks" .... and to become more and more the ones who God wanted us to be ... free and loving children of God who don't need to wear masks ... Lent is a good occasion to make this experience ... to turn round and to come to God ...


Mittwoch, 22. Februar 2012

Masken tragen … und ablegen dürfen



Im Karneval verkleiden sich Menschen bewusst, schlüpfen in fremde Rollen, setzen Masken auf, spielen sich und anderen etwas vor … doch was im Karneval so spielerisch daher kommt, bestimmt auch unseren Alltag, nur ohne diese heitere Note zu haben: das Masken tragen – natürlich rein bildlich verstanden … wir alle tragen zumeist eine Maske: zuhause, im Beruf, in der Partnerschaft, gegenüber Freunden und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen … eigentlich ist kein Bereich ausgenommen, in dem wir sie nicht aufsetzen … und sie ist ja durchaus auch notwendig, hat ihren Sinn und ihre Aufgabe … sie schützt uns und hilft ein positives Bild von uns zu vermitteln … aber sie wird auch zur Last, wenn wir keine Freiräume haben, in denen wir sie auch einmal ablegen und uns zu erkennen geben dürfen … jeder/jede möchte einen Ort haben und in einer Beziehung erleben dürfen: hier brauche ich nichts vorspielen; hier bin angenommen auch mit meinen Ecken und Kanten, mit allem, was ich ansonsten hinter meiner Maske verstecke, mit meinen Verletzungen, Ängsten, meiner Unsicherheit … in zwischenmenschlichen Beziehungen wird es, wenn wir Glück haben, hin und wieder dieses „Highlight“ zumindest annäherungsweise geben … uneingeschränkt aber können wir es in der Beziehung zu Gott erleben … wenn wir es tatsächlich wollen … denn so sehr der Wunsch nach dem Ablegen der Maske auch ist, so schwer fällt dann doch dieser Schritt … vielleicht weil es so ungewohnt ist, wir misstrauisch sind … aber Gott will uns mit dieser Erfahrung beschenken: „Ich liebe dich wie du bist, ungeschminkt … und wenn du dich mir so zeigst und entgegen bringst, was du ansonsten verbirgst, dann wirst du ein Wunder erleben … das Wunder, dass du mehr und mehr du ganz selbst wirst ... dass du Mensch wirst, wie ich, Gott, es für dich gedacht habe: liebend, weil du weißt, dass du mein geliebtes Kind bist … fähig dich anzunehmen auch mit deinen Schattenseiten, mit dem, was dich belastet und umtreibt, weil du weißt, ich bin an deiner Seite und helfe mitzutragen… fähig zu dir selbst zu stehen und auch vor anderen immer weniger darauf angewiesen zu sein, ein Maske zu tragen, weil du weißt, ich stehe zu dir“ - … die Fastenzeit ist ein gute Gelegenheit, diese Erfahrung zu machen, vor Gott zu treten, sich ihm anzuvertrauen und zu lernen, die Maske, die wir tragen, abzulegen.


Montag, 20. Februar 2012

Where are you, God? - Wo bist Du, Gott?

Sometimes God seems so far away ... where is He? ... we can't see him ... but the truth is that He is always quite close to us ... I wish you and me to make this experience to feel that God is nearby ...

Manchmal scheint Gott ganz fern zu sein ... wo ist Er? ... wir meinen, ihn nirgends zu entdecken ... dabei ist Er uns immer nahe ... viel näher als wir ahnen ... ich wünsche euch allen und mir, diese Erfahrung von Gottes unmittelbarer Nähe zu machen...


Dienstag, 14. Februar 2012

"Fall in love, stay in love, and it will decide everything."
 
~Pedro Arrupe S.J.



... Nothing is greater than finding God. Nothing is greater than falling in love. Love is God. God is love ...

Mittwoch, 1. Februar 2012

Die Kraft der Vergebung - The Power of Forgivness - Impressive Video (American English)

Manchen  Menschen fällt es leicht, mir aber nicht unbedingt immer: um Entschuldigung bitten und damit um Vergebung. Manchmal braucht es ganz schön Zeit, um diesen Schritt zu tun.

Was aber auch nicht immer leicht fällt, ist zu vergeben. Denn es kommt doch vor, dass das, was einem ein anderer angetan hat, wirklich schwer wiegt. Und da mag er sich hundertmal entschuldigen. Es anzunehmen, ist dann nicht einfach. Und erst richtig schwierig wird das, wenn sich der andere gar nicht entschuldigt und kein Bewusstsein dafür hat, wie weh er mir getan hat.


Trotzdem hilft auch dann nur, zur Vergebung bereit zu sein, sie zu schenken, auch wenn die Schuld des anderen groß ist, auch wenn er sich vielleicht gar nicht entschuldigt. Denn bliebe ich hart, wäre nicht bereit zu vergeben, würde mich meine eigene Härte irgendwann auffressen.

Welche große Chance dagegen darin steckt, vergebungsbereit und - fähig zu sein, welche Kraft sich dann entfalltet , zeigt folgendes Video:

Dienstag, 31. Januar 2012

Die Kraft der Vergebung - The Power Of Forgivness / Psalm 32, 1-7 (German and English Version)

Psalm 32, 1-7

Wohl dem, dessen Frevel vergeben 
und dessen Sünde bedeckt ist. 
Wohl dem Menschen, dem der Herr die
Schuld nicht zur Last legt und dessen Herz keine
Falschheit kennt. 
Solange ich es verschwieg, waren meine Glieder
matt,den ganzen Tag musste ich stöhnen.
Denn deine Hand lag schwer auf mir
bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war
verdorrt wie durch die Glut des Sommers.
Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg
nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel
bekennen. Und du hast mir meine Schuld 
vergeben.
Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir
beten; fluten hohe Wasser heran, ihn werden
sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not;
du rettest mich und hüllst mich in Jubel.


                                                      
                                                                                                                            
                                                           Blessed is he whose transgression is forgiven,
                                                           whose sin is covered.
                                                           Blessed is the man to whom the LORD
                                                           imputes no iniquity, and in whose spirit there is
                                                           no deceit.
                                                           When I declared not my sin, my body wasted away
                                                           through my groaning all day long.
                                                           For day and night thy hand was heavy upon me;
                                                           my strength was dried up as by the heat of summer.
                                                           I acknowledged my sin to thee,
                                                           and I did not hide my iniquity;
                                                           I said, "I will confess my  transgressions to the LORD";
                                                           then thou didst forgive the guilt of my sin.
                                                           Therefore let every one who is godly offer prayer to thee;
                                                           at a time of distress, in the rush of great waters,
                                                           they shall not reach him.
                                                           Thou art a hiding place for me, thou preservest me
                                                            from trouble; thou dost encompass me with deliverance.






  

                                                            

Dienstag, 24. Januar 2012

Alles fängt mit Gottes Liebe an

"Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe."   
 Johannes, 15,12


Verordnete Liebe? - Wie soll das gehen? - Müssen. Sollen.- Das kann gar nicht funktionieren.

Liebe ist Geschenk! - Liebe steckt an! - Ich kann lieben. Denn ich bin geliebt: von Gott.

So funktioniert das. So hat das Jesus auch gemeint:

Mein Vater liebt euch. Ich liebe euch. Lasst euch von dieser Liebe umhüllen. Dann wird euer Herz weich. Dann könnt auch ihr einander lieben.







Dienstag, 10. Januar 2012

When can I hear what God wants to tell me?

The daily prayer today asks God: 

"Open our ear that we hear and understand what you want to tell us..."
 ... to hear what God says, what he wants to tell me ... of course, for that I need an open ear ... and I can ask God to help me. But what else can I do? What can I do myself to become a careful listener? The answer seems so simple. But it takes time to learn it: to get quiet, to look for the silence ... yes, God is in the silence. There we can meet Him. There we will hear Him.
It is my experience which corresponds what once the Danish philosopher Sören Kiekegaard described:
to pray doesn't mean to talk to God - it can mean that - but when you want to hear Him then you have to stop talking. Get quiet. Get silent. And wait until you will hear God. 
You can be sure that you will hear Him!


I try to translate one of the thoughts of Sören Kiekegaard into English:
"So it is: to pray does not mean to hear oneself talking. To pray means to get silent, to be silent and to wait till the prayer hears God."


Montag, 9. Januar 2012

Sackgasse! - Bitte umkehren


 Aus dem heutigen Evangelium nach Markus Kapitel 1,

14 Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes
15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.                  Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!


(14 Now after John was arrested, Jesus came into Galilee, preaching the 
 Gospel of God, and 15 saying. "The time is fulfilled, and the kingdom of God is at hand, repent, and believe in the Gospel.")


1988 war der Umkehrruf Jesu in der Evangelischen Kirche Jahreslosung gewesen. Aus diesem Jahr stammen auch, von der Jesus-Bruderschaft verfasst, nachfolgende Gedanken:

Kehrt um! - Wohin denn? 

In den hellen Tag und ins Leben hinein!
Einladend ist der Tisch gedeckt: Brot und Wein - Leib und Blut Christi
für uns gegeben: Nahrung, Heilung, Versöhnung, Gemeinschaft.  
Kommt, es ist alles bereit.
Die helle Sonne weit oben sagt uns - wie der Leuchter oben auf dem Tisch:
Gottes Licht ist in unsere Welt gekommen.
Durch den Heiligen Geist leuchtet es unter uns auf, so dass wir sehen, 
welche Fülle von Hellem und Gutem uns Gott geschenkt hat. 

Kehrt um! - Wovon denn?

Von der Nacht, in der alles fahl und gleichförmig geworden ist,
in der weder Weg noch Richtung noch Farbe ist,
in der man weder Heimat noch Gemeinschaft findet,
in der die einzige Sicherheit Zäune und Gitter sind, 
in der man oben keine Sonne mehr sieht
und unten keinen Boden mehr findet. 

Kehrt um! - Wie denn?

Durch das Kreuz, das groß zwischen Nacht und Tag steht,
durch das Kreuz, das gleichzeitig der Weinstock ist,
mit ausladenden Zweigen Tag und Nacht umfangend.
In der Mitte hängt die blutrote Traube wie ein lebendiges Herz.
Jesus ist der Weinstock.
Er gab am Kreuz sein Leben,
um für uns Weg zu werden am hellen Tag.


Kehrt um und glaubt!

Das ist das Evangelium, dass der helle Tag angebrochen
und erreichbar ist.
Wir dürfen aus der Nacht, aus unserem Gefängnis kommen.
In der Begegnung mit Jesus verwandelt sich unser Leben
und wir tun den Schritt hinein in Licht und Tag.
 

Freitag, 6. Januar 2012

Heilige Drei Könige - with Carl August Peter Cornelius' The Three King sung by Consortium

Evangelium, Mt 2, 1-12

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen




1 Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem

2 und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

3 Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.

4 Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

5 Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

6 Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

7 Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

8 Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

9 Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

10 Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

11 Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

12 Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.
                                          H.Mowbray