"Wir können Gott mit dem Verstand suchen, aber finden können wir ihn nur mit dem Herzen. " (Josef von Eötvös)
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Donnerstag, 6. März 2014

Wählen dürfen ... Gedanken zur Fastenzeit

Was für ein Angebot! Was für ein Geschenk! Ich darf wählen. Jeder von uns darf wählen. Keiner von uns ist festgelegt. Wir sind frei, frei in der Wahl auf unserem Lebensweg, ob wir ihn mit Gott gehen oder von ihm abgewandt.


Wir werden von Gott nicht dazu gezwungen, uns für ihn zu entscheiden. Er hat uns nicht als willenlose Marionetten geschaffen, deren Fäden er in der Hand hält, sondern hat uns in Freiheit gesetzt: aus Liebe und um der Liebe willen, die Er ist. Denn zum "Ja" zur Liebe kann man nicht gezwungen werden. Sie wartet auf unsere Antwort, die nur in Freiheit, und weil unser Herz sich von ihr hat berühren lassen, wirklich gegeben werden kann.

Aber sie, die Liebe, die Gott ist, läßt auch nicht ab - und das steht nicht im Widerspruch zur uns belassenen Freiheit -, immer wieder und wieder um uns zu werben, damit wir uns von ihr anstecken lassen und ganz zu Liebenden werden, zu Liebenden, die sich frei entscheiden täglich auf's Neue: für das Gute, für mehr Wärme in der Welt und zwischen uns Menschen, für Gerechtigkeit und Frieden ohne jede Drohgebärden, für ein Leben in der Liebe Gottes, die anerkennt, dass wir ALLE KINDER GOTTES sind.

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit auf Gottes Werben um uns wieder intensiver zu hören, etwas in uns zum Klingen bringen zu lassen und zu bitten: Gott wandle mein Herz, lass es sich in Deine Liebe verlieben und in ihr bleiben und mein Leben als Geliebte(r) und Liebende(r) leben.

Samstag, 16. Februar 2013

Ein ganzer Mensch werden ...

Gedanken zum 1. Fastensonntag  (unter Bezugnahme auf das Evangelium des Sonntags, Lesereihe C, Lk 4, 1-13 und der dazugehörigen Illustration aus der Kinderbibel von W. Laubi und A. Fuchshuber)



Eindeutig … ein und dieselbe Person, die hier dargestellt ist … Rücken an Rücken … sitzend … den Kopf mit einer Hand abgestützt … nachdenkend … und in der anderen Hand gedankenverloren einen Gegenstand haltend … doch diese Gegenstände unterscheiden sich … und wie … der eine ist eine Kugel … eine goldene dazu … kostbar, wertvoll … der sie in der Hand hält, scheint alles zu besitzen … reich zu sein … und macht doch, wenn wir in sein Gesicht schauen, einen mürrischen, traurigen Eindruck … die Mundwinkel hängen nach unten … die Augen sind geschlossen … Zufriedenheit sieht anders aus …

im Märchen spielt die goldene Kugel eine besondere Rolle … steht für Vollkommenheit, für Ganzheit … und nimmt die Symbolik auf,die die Kugel seit dem Altertum hat … Bild zu sein für die Einzelseele … aber auch für die Weltseele … und für die Gottheit …
wenn wir diese Vorstellungen aufnehmen und das Dargestellte vor diesem Hintergrund interpretieren … dann scheint der Mensch mit der goldenen Kugel zwar eine Kostbarkeit in der Hand zu halten … aber sie hat noch nicht Besitz von ihm ergriffen … er ist (noch) nicht ganz … nicht heil … und (noch) auf der Suche, wie er dahin kommt … in dem Sinne reich zu werden, dass er mit sich, der Welt und Gott im Reinen ist …

aber wie kommt er dahin? … die Antwort gibt der andere in der Illustration dargestellte Gegenstand … um im Einklang mit sich zu kommen und so zu werden, wie Gott uns haben möchte und uns gedacht hat … der Dornenzweig … das mag widersinnig erscheinen … Dornen … die verletzen … sie sollen dafür stehen, was uns heil werden lässt? … Ja … eindeutig, ja, so ist es … weil auch sie als Zeichen zu verstehen sind …
für die LIEBE … für die verschwenderische, sich ganz und gar hingebende Liebe … die Liebe, die den Menschen nicht besorgt um sich selbst kreisen lässt … sondern ihn öffnet für die Mitmenschen und deren Nöte … solch eine Liebe fordert Einsatz … und kann sehr dornenreich werden … aber sie allein schenkt Fülle … lässt uns spüren, dass unser Leben Sinn macht … lässt uns so werden, wie es letztlich Jesus uns bereits vorgelebt hat … nachdem er sich bereits nach seiner Taufe, während seines Rückzuges in die Wüste, entscheiden musste … bzw. herausfinden musste, wie der Weg aussieht … auf den Gott ihn haben will … der ihn einssein lässt mit sich, der Welt und Gott … und es wurde ihm dort in der Einsamkeit der Wüste und in Anfechtungen klar … ich kann mich nur dafür entscheiden ein ganz und gar Liebender zu werden … so wie Gott, unser aller Vater , ein ganz und gar Liebender ist … mit allem, was es auch mit sich bringen mag … und wenn der Weg steinig wird … wenn er auch Dornen mit sich bringt … und sicherlich machte ihn bereits diese Entscheidung zu einem wahrhaft glücklichen Menschen … so wie es die Illustration widerspiegelt … Jesus, der den Dornenzweig in der Hand hält … er lächelt und schaut mit offenen, liebenden Augen in die Welt ...

Mittwoch, 13. Februar 2013

Fastenzeit – Bußzeit – Zeit der Besinnung




Wie auch immer die 40 tägige Zeit (ohne die Sonntage, sie zählen nicht mit) vor dem Osterfest genannt wird … sie will eines … uns helfen, offener zu werden für das Großartige, was wir an Ostern feiern werden … hellhöriger zu werden, für die befreiende Osterbotschaft … die da lautet:
das Leben siegt über den Tod … die Liebe siegt über den Tod … alles, was uns bindet und fesselt, was sich wie ein Schleier über uns legt, den klaren Blick für das Wesentliche verstellt … was uns selbst im Leben schon wie Tote sein lässt … wird von uns genommen … wir werden frei davon … wir werden befreit davon … aber keiner kann es aus sich heraus selbst machen … es ist Geschenk an uns … Gottes Geschenk … freie, aufrechte Menschen werden zu können … erfüllt von Liebe … Seiner Liebe zu uns … die unser Herz bewegt und verwandelt … wir brauchen nur eines tun: dieses Geschenk annehmen …



das ist dann meines Erachtens auch das, was in den 40 Tagen vor Ostern das Zentrale sein sollte … annehmende, dankbare Menschen zu werden … die  erkannt haben , dass sie der Wandlung bedürfen … die ihr Herz Gott hinhalten ... damit Er es anfüllen kann mit Seiner Liebe  … und die ihr Leben dann aus dieser Fülle heraus gestalten und zu wahrhaft Liebenden werden …


um dahin zu gelangen … dazu möchten die 40 Tage dienen und in besonderer Weise genutzt werden … dazu wollen auch die vielen Angbote der Fasten- und Bußzeit Hilfestellung leisten … die Kirchen und ihre Organisationen überschlagen sich allerdings mittlerweile darin … so dass ich befüchte, es ist könnte bereits ein Zuviel sein … was eher irritiert als hilft … jeder und jede möge da aber hoffentlich das „Richtige“, das für ihn oder für sie „Notwendige“ entdecken, was den Weg weist … möge aber auch das Vertrauen darin haben, dass bereits die eigene Bereitschaft … sich zu öffnen … von sich abzusehen … und nach Gott zu fragen … sich dafür Zeit zu nehmen … bereits von Gott selbst mit Sicherheit genutzt wird … so wie es im Midrasch (der Schriftauslegung im rabbinischen Judentum) von Ihm heißt: „Schaff mir nur eine Öffnung so klein wie ein Nadelöhr! Ich werde es aufstoßen und daraus einen Einlass schaffen so groß wie das Portal eines Palastes.“



Freitag, 24. Februar 2012

Masks

A video from Easter 2011 of the Central Christian Church in Las Vegas shows us what we all want: to look good, to make a good impression, to impress people around us ... therefore we put on masks. Masks also help to protect us ... but is this what we really want: to live a life behind a mask? ... I think, everyone hopes to find a place where he/she is accepted, where he/she feels safe enough to take off the mask and to show his/her emptyness, confusion, past hurts, faults, weekness etc. ... and the good news is that this place exists: it is God ... in the relationship to Him we get to know that we are accepted as we are, that we are loved as we are ... this experience will heal us ... it will change our life, will change us totally ... to feel that we are loved by God although we are not okay will make it possible that we learn to accept us/to love us and others including our "drawbacks" .... and to become more and more the ones who God wanted us to be ... free and loving children of God who don't need to wear masks ... Lent is a good occasion to make this experience ... to turn round and to come to God ...


Mittwoch, 22. Februar 2012

Masken tragen … und ablegen dürfen



Im Karneval verkleiden sich Menschen bewusst, schlüpfen in fremde Rollen, setzen Masken auf, spielen sich und anderen etwas vor … doch was im Karneval so spielerisch daher kommt, bestimmt auch unseren Alltag, nur ohne diese heitere Note zu haben: das Masken tragen – natürlich rein bildlich verstanden … wir alle tragen zumeist eine Maske: zuhause, im Beruf, in der Partnerschaft, gegenüber Freunden und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen … eigentlich ist kein Bereich ausgenommen, in dem wir sie nicht aufsetzen … und sie ist ja durchaus auch notwendig, hat ihren Sinn und ihre Aufgabe … sie schützt uns und hilft ein positives Bild von uns zu vermitteln … aber sie wird auch zur Last, wenn wir keine Freiräume haben, in denen wir sie auch einmal ablegen und uns zu erkennen geben dürfen … jeder/jede möchte einen Ort haben und in einer Beziehung erleben dürfen: hier brauche ich nichts vorspielen; hier bin angenommen auch mit meinen Ecken und Kanten, mit allem, was ich ansonsten hinter meiner Maske verstecke, mit meinen Verletzungen, Ängsten, meiner Unsicherheit … in zwischenmenschlichen Beziehungen wird es, wenn wir Glück haben, hin und wieder dieses „Highlight“ zumindest annäherungsweise geben … uneingeschränkt aber können wir es in der Beziehung zu Gott erleben … wenn wir es tatsächlich wollen … denn so sehr der Wunsch nach dem Ablegen der Maske auch ist, so schwer fällt dann doch dieser Schritt … vielleicht weil es so ungewohnt ist, wir misstrauisch sind … aber Gott will uns mit dieser Erfahrung beschenken: „Ich liebe dich wie du bist, ungeschminkt … und wenn du dich mir so zeigst und entgegen bringst, was du ansonsten verbirgst, dann wirst du ein Wunder erleben … das Wunder, dass du mehr und mehr du ganz selbst wirst ... dass du Mensch wirst, wie ich, Gott, es für dich gedacht habe: liebend, weil du weißt, dass du mein geliebtes Kind bist … fähig dich anzunehmen auch mit deinen Schattenseiten, mit dem, was dich belastet und umtreibt, weil du weißt, ich bin an deiner Seite und helfe mitzutragen… fähig zu dir selbst zu stehen und auch vor anderen immer weniger darauf angewiesen zu sein, ein Maske zu tragen, weil du weißt, ich stehe zu dir“ - … die Fastenzeit ist ein gute Gelegenheit, diese Erfahrung zu machen, vor Gott zu treten, sich ihm anzuvertrauen und zu lernen, die Maske, die wir tragen, abzulegen.